Abwehr ist aus psychodynamischer Perspektive kein bloßes Symptom oder Zeichen von Krankheit, sondern eine notwendige psychische Leistung. Sie dient dazu, innere Konflikte, schmerzhafte Gefühle und bedrohliche Beziehungserfahrungen zu regulieren und das seelische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Abwehrmechanismen entstehen aus dem Versuch, widersprüchliche Bedürfnisse – etwa nach Bindung und Autonomie miteinander zu vereinbaren. Problematisch wird Abwehr erst dann, wenn sie rigide, einseitig oder der Realität nicht mehr angemessen ist und Entwicklung sowie Beziehungsgestaltung einschränkt. Psychodynamische Psychotherapie zielt daher nicht auf die Beseitigung von Abwehr, sondern darauf, ihre Funktion zu verstehen, sie flexibler zu gestalten und neue Formen der Konfliktbewältigung zu ermöglichen. Die TN erklären sich mit der Anmeldung für diesen Kurs mit der Weitergabe ihrer Mailadresse an die Dozentin zur Versendung des Einladungslinks, bzw. Handouts einverstanden.