Cannabinoide wurden über Jahrhunderte in der Heilkunde genutzt, gerieten aber mit dem nahezu weltweiten Verbot ab Mitte des 20. Jh. aus dem medizinischen Fokus. Mit dem MedCanG (2024) entfielen die betäubungsmittelrechtlichen Hürden weitgehend, die Nachfrage stieg deutlich – begleitet von einem „grauen Verschreibungsmarkt" und anhaltend kontroverser Debatte. Die Evidenz ist am besten belegt bei chronischen Schmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Appetitlosigkeit und MS-Spastik; auch auf psychiatrischem Gebiet werden Einsatzmöglichkeiten diskutiert, etwa bei Schlafstörungen, Angst oder PTBS, die Datenlage ist hier jedoch besonders uneinheitlich. Wenngleich viele Forschungsfragen noch offen und ungeklärt sind, bergen Cannabinoide Chancen in der therapeutischen Anwendung. Das Seminar bietet einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten von Cannabinoiden in der Psychiatrie, bewertet das Nutzen-Risiko-Verhältnis und nimmt auf die aktuelle Debatte zum Umgang mit Cannabinoiden Bezug. Herr Professor Pogarell ist Suchtmediziner und wird zum neurobiologischen Hintergrund und zu (sucht-)medizinischen Themen in Bezug auf Cannabis/Drogen, sowie zur Nutzung von medizinischem Cannabis referieren und wird nicht auf spezielle Psychotherapieverfahren bzw. auf PT-Richtlinien eingehen. Die TN erklären sich mit der Anmeldung für diesen Kurs mit der Weitergabe ihrer Mailadresse an den Dozenten zur Versendung des Einladungslinks, bzw. Handouts einverstanden.