Die Akutpsychiatrie ist ein Ort der Krisenintervention, schwerer Erkrankungen und hochdynamischer, komplexer Behandlungsverläufe. Nicht selten fällt jedoch der Satz: „Die sind (noch) nicht therapiefähig.“ Psychotherapeutische Ansätze geraten im klinischen Alltag dadurch oft in den Hintergrund – obwohl sie wirksam, leitliniengerecht empfohlen und auch im Akutsetting deutlich häufiger möglich sind, als vielfach angenommen wird. Der Workshop versteht Psychotherapie in der Akutpsychiatrie als interdisziplinäre und multiprofessionelle, aber in vielen Fällen sehr spezifische Aufgabe. Die therapeutische Grundhaltung, aktive Beziehungsgestaltung, aber auch viele konkrete psychotherapeutische Interventionen sollen fester Bestandteil moderner akutpsychiatrischer Behandlung sein. Das Seminar vermittelt grundlegende psychotherapeutische Konzepte sowie praxisnahe Anwendungsmöglichkeiten für unterschiedliche Störungsbilder im akutpsychiatrischen Setting. Im Mittelpunkt stehen Techniken und Herangehensweisen und deren oft unterschätzter Bezug zu komplexen psychotherapeutischen Vorgehensweisen aus anderen Feldern. Durch praktische Übungen, Fallbeispiele und gemeinsame Reflexion sollen Sicherheit im therapeutischen Handeln sowie eine offene, wertschätzende und patient*innenorientierte Grundhaltung gefördert werden. Der Workshop wendet sich an alle (angehenden) Psychotherapeut*innen, egal ob stationär oder ambulant tätig, egal ob psychiatrisch oder in der Psychosomatik.